Die Entstehungsgeschichte der Wahlschen Schnapsbirne ist eine Anreihung von Glücksfällen.

Ein Glücksfall war, dass ein Sämling vor vielen Jahren auf einem von Erich Wahl gepachteten Grundstück am Hessentaler Bahndamm Wurzeln schlug.
Ein weiterer Glücksfall war es, dass Erich Wahl die Früchte dieses Baums nicht achtlos liegen ließ, denn für Most waren sie völlig ungeeignet.
Als Glücksfall entpuppte sich Wahls Versuch, aus ihnen Schnaps zu brennen.
Als im Rahmen einer Bahndammerweiterung in den 70ern der Baum der Motorsäge zum Opfer fiel, rettete Wahl von dem gefällten, sterbenden Baum Edelreiser, - fast zu spät, aber die Veredelung anderer Bäume klappte! Noch ein Glücksfall. Die Sorte war gerettet!

Geheimtipp unter wissend Lächelnden blieb die Birne bis Ende der achtziger Jahre. Es profitierte, wer Erich Wahl und seine Familie kannte. Auch über die Mitglieder des Haller Gemeinderates kam sein Geist, als Wahl noch dem Gremium angehörte.
Dann machte die Kunde unter Brennerkollegen die Runde. Rudolf Schmieg aus Westernach, von Kennern respektvoll Schnapsprofessor genannt, hörte davon und machte das Institut für Obst-, Gemüse- und Weinbau der Universität Hohenheim auf den edlen Tropfen aufmerksam.
Die Tester um Professor Dr. Hartmann waren begeistert. Sie attestierten der Wahlschen Schnapsbirne einen kräftigeren Fruchtgeschmack als der Williams Christ Birne und sehr gute Werte.
Die Weichen waren gestellt.

In den Jahren 1989 - 2001 nahm die Wahlsche Schnapsbirne an insgesamt 7 Prämierungen des Landesverbandes der Klein- und Obstbrenner teil und erhielt 7 Mal eine Auszeichnung in Gold.
Edelreiser wurden europaweit verbreitet. Beiträge in verschiedenen Fachzeitschriften und die Mund zu Mund - Propaganda machten dem Geheimtip ein Ende.
Inzwischen wird die Wahlsche Schnapsbirne auch jenseits der Grenzen Deutschlands immer bekannter.