Eigenschaften:

Die Wahlsche Schnapsbirne hat sich unter Brennerkreisen bereits einen sehr guten Ruf erworben. Diesem ist sie bei der Verkostung sortenreiner Brände mehr als gerecht geworden.
Mit ihrem sehr stark an "Williams Christ" erinnernden Aroma war sie der Spitzenreiter unter den aromareichen Birnenbränden.


Es handelt sich bei dieser Sorte keineswegs um eine alte Obstsorte, denn die Wahlsche Schnapsbirne wurde erst vor ca. 40 Jahren entdeckt und 1992 von Dr. Walter Hartmann beschrieben (Obst und Garten 8/1992, S. 385 - 386).
Mit 55 Grad Oechsle erreichte diese Sorte im Untersuchungsjahr 2000 den niedrigsten Zuckergehalt unter den getesteten Birnensorten und liegt damit nur unwesentlich über dem von "Williams Christ".

Untersuchungen an der Universität Hohenheim aus den Jahren 1988 bis 1990 haben eine Alkoholausbeute von 5,5 bis 6 % ergeben (im Vergleich: "Williams Christ" liegen lt. Brennereiangaben bei 4,5 bis 5 %).
Diese Untersuchungen haben auch ergeben, dass die Wahlsche Schnapsbirne im Vergleich zu "Williams" mehr Aromakomponenten enthält.
Sie ist damit eine interessante Alternative zu "Williams" sowohl im Erwerbs- als auch im landschaftsprägenden Streuobstbau.
Die Frucht ist mittelgroß und kugelförmig bis stumpf kegelförmig mit deutlicher Einschnürung. Die Schale ist bei Vollreife hellgelb und mit einzelnen Berostungen um den Kelch versehen. Sie ist glatt und zeigt viele auffallende Lentizellen. Das Fruchtfleisch ist gelblich-weiss, sehr aromatisch und enthält kaum Gerbstoffe.
Der Baum zeigt einen mittelstarken, breitpyramidalen Wuchs und gilt als wenig anfällig für Krankheiten.

Aus: Kleinbrennerei 4/2003, S.13